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Freelancer oder Agentur
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Freelancer oder Agentur

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Wer eine Website beauftragen will, stößt früh auf diese Frage und bekommt selten eine ehrliche Antwort darauf. Agenturen erklären, warum man eine Agentur braucht. Freelancer erklären, warum ein Freelancer besser ist. Dieser Artikel versucht das anders: Er zeigt, was tatsächlich den Unterschied macht und wann welches Modell sinnvoller ist.

Was der eigentliche Unterschied ist

Der Unterschied zwischen Freelancer und Agentur liegt selten in der Qualität, sondern in der Struktur dahinter.

Eine Agentur hat mehrere Personen im Einsatz: Projektmanager, Designer, Entwickler, manchmal Texter und SEO-Spezialist. Das bedeutet breitere Kapazitäten, aber auch mehr Koordinationsaufwand und mehr Overhead, der sich im Projektpreis niederschlägt.

Ein Freelancer ist eine Person mit einem klaren Spezialprofil. Du sprichst direkt mit der Person, die deine Website baut, ohne Ticket-System und ohne Übergabe zwischen Abteilungen. Dafür kann ein Freelancer nicht in allem gleichzeitig der Spezialist sein.

Beide Modelle können zu einem guten Ergebnis führen. Die Frage ist, welches zu deinem Projekt passt.

Was für eine Agentur spricht

Agenturen sind die sinnvollere Wahl, wenn ein Projekt parallel sehr viele Gewerke erfordert, die gleichzeitig und intern koordiniert laufen sollen: Website-Entwicklung, Branding, Copywriting, laufende SEO-Betreuung, bezahlte Werbung, Social-Media-Kampagnen – alles in einem Vertrag, einem Reporting, einem Ansprechpartner. Das hat einen Preis, aber auch einen klaren Vorteil: Du musst nicht selbst koordinieren.

Vieles davon kann allerdings auch ein erfahrener Freelancer abdecken, oder aus seinem Netzwerk heraus organisieren. Ein Freelancer mit breitem Profil, der Entwicklung, Design und SEO-Grundlagen selbst beherrscht und für Copywriting oder Fotografie auf verlässliche Spezialisten zurückgreift, ist für viele KMU-Projekte die flexiblere und günstigere Variante. Zur Agentur wird es erst dann sinnvoll, wenn der Koordinationsaufwand so groß wird, dass er einen eigenen Projektmanager rechtfertigt.

Für Unternehmen mit sehr großem Projektumfang, vielen internen Beteiligten auf Kundenseite oder dem Wunsch nach einer vollständigen Marketingstruktur aus einer Hand bietet eine Agentur mehr strukturelle Stabilität und die nötige Kapazität, das alles parallel zu stemmen.

Auch die Ausfallsicherheit spricht in solchen Fällen für eine Agentur: Fällt eine Person aus, laufen Agenturprojekte weiter. Bei einem Freelancer steht das Projekt still, wenn er krank oder im Urlaub ist.

Agenturangebote starten für professionelle KMU-Projekte typischerweise bei 8.000 bis 12.000€ und gehen je nach Umfang deutlich darüber hinaus.

Was für einen Freelancer spricht

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland ist ein erfahrener Freelancer mit klarem Spezialfokus die wirtschaftlich sinnvollere Wahl, vorausgesetzt, das Projekt passt zum Profil der Person.

Das zeigt sich zuerst in der Direktheit der Zusammenarbeit: Du sprichst mit der Person, die deine Website baut. Kein Mittelsmann, keine Missverständnisse durch Übergaben, keine Überraschungen beim Launch, weil der Entwickler das Briefing anders interpretiert hat als der Projektmanager. Was im Erstgespräch besprochen wird, landet direkt bei der Person, die es umsetzt.

Auch die Kostenstruktur spricht meistens für den Freelancer. Ohne Overhead für Büro, Vertrieb und Projektmanagement kann dieser Vorteil direkt an den Kunden weitergegeben werden. Für ein Budget unter 15.000€ bekommt man beim spezialisierten Freelancer in der Regel mehr Projekttiefe als bei einer Agentur im gleichen Preisrahmen.

Und schließlich zahlt sich die Kontinuität aus: Ein Freelancer, der deine Website gebaut hat, kennt sie. Wenn sich ein Jahr später etwas ändert, neues Angebot, neues Design, eine zusätzliche Seite, ist keine Einarbeitung nötig. Diese langfristige Beziehung ist besonders für KMU wertvoll, die keine interne IT-Abteilung haben.

Wo beide Modelle an Grenzen stoßen

Kein Modell ist ohne Schwächen, und wer das verschweigt, verkauft etwas.

  • Die Grenzen des Freelancers

    Ein Freelancer kann nicht gleichzeitig Spezialist in allem sein. Wer neben der Website auch professionelle Fotografie, Videoproduktion und eine laufende SEO-Kampagne braucht, muss entweder mehrere Freelancer koordinieren oder auf eine Agentur zurückgreifen. Außerdem steht ein Projekt ohne direkten Ansprechpartner da, wenn der zuständige Freelancer nicht mehr verfügbar ist, sei es durch Krankheit, volle Auftragslage oder eine berufliche Veränderung.

  • Die Grenzen der Agentur

    In vielen Agenturprojekten sprichst du mit einem Account Manager, nicht mit dem Designer oder Entwickler. Das ist effizient für die Agentur, aber es entsteht eine Distanz zwischen dem, was du willst, und dem, was umgesetzt wird. Dazu kommt, dass Agenturen gern Leistungen mitverkaufen, die nicht immer nötig sind: vorbereitende Workshops, Strategie-Pakete, laufende Retainer. Das alles hat seinen Wert, aber nicht in jedem Projekt. Wer ein klar definiertes Vorhaben hat, zahlt bei einer Agentur manchmal für Strukturen, die er nicht braucht.

Worauf es wirklich ankommt

Die Organisationsform, Freelancer oder Agentur, ist zweitrangig. Wichtiger sind diese Punkte:

Schau dir die Referenzprojekte an. Nicht die hübschesten, sondern die relevantesten. Hat die Person oder das Team Projekte umgesetzt, die deinem ähnlich sind, in Branche, Umfang oder Zielsetzung?

Sprich mit der Person, die dein Projekt umsetzt. Bei einem Freelancer ist das automatisch der Fall. Bei einer Agentur solltest du darauf bestehen. Wer deine Website baut, sollte dein Unternehmen verstehen, nicht nur die Briefing-Zusammenfassung.

Frag nach dem Prozess nach dem Launch. Wer ist ansprechbar, wenn etwas nicht funktioniert? Wer übernimmt die Wartung? Wer hilft, wenn sich ein Jahr später etwas ändert? Die Antwort auf diese Frage sagt oft mehr über die Qualität der Zusammenarbeit aus als jedes Portfolio.

Wie ein professionelles Projekt konkret abläuft, welche Kosten und Entscheidungen dabei anstehen, zeige ich hier."Website erstellen lassen"

FAQ

  • Ist ein Freelancer günstiger als eine Agentur?

    In der Regel ja, weil ein Freelancer keinen Overhead für Büro, Projektmanagement und Vertrieb hat. Für KMU-Projekte unter 15.000€ bietet ein erfahrener Freelancer meistens mehr Projekttiefe im gleichen Preisrahmen. Aber günstig allein ist kein Auswahlkriterium, entscheidend ist, was im Angebot steckt.

  • Kann ein Freelancer ein komplexes Projekt stemmen?

    Das hängt vom Projektumfang und vom Profil des Freelancers ab. Eine professionelle Unternehmenswebsite mit individuellem Design, SEO-Grundlage und sauberem Code ist für einen spezialisierten Freelancer ein Standardprojekt. Wenn gleichzeitig Branding, Videoproduktion und laufendes Marketing dazukommen, braucht es entweder mehrere Spezialisten oder eine Agentur.

  • Was passiert, wenn der Freelancer nicht mehr verfügbar ist?

    Das ist das reale Risiko des Freelancer-Modells. Gute Freelancer dokumentieren ihre Arbeit sauber und übergeben alle Zugangsdaten nach Projektabschluss, damit Du im Zweifelsfall mit einem anderen Auftragnehmer weitermachen kannst. Frag vor Projektstart konkret danach.

  • Wie erkenne ich einen erfahrenen Freelancer?

    Referenzprojekte aus ähnlichen Branchen, ein klares Spezialprofil, ein transparenter Projektprozess und ein schriftliches Angebot mit definiertem Leistungsumfang. Wer keins davon liefert, ist kein gutes Zeichen.

  • Muss ich als Auftraggeber die Künstlersozialabgabe abführen?

    Möglicherweise ja. Wer einen selbstständigen Webdesigner mit der kreativen Gestaltung einer Website beauftragt, kann nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Abführung der Künstlersozialabgabe (KSK) verpflichtet sein. Der Abgabesatz beträgt 2026 4,9 Prozent des vereinbarten Honorars. Die Pflicht liegt beim Auftraggeber, unabhängig davon, ob der Freelancer das auf seiner Rechnung ausweist. Im Zweifel empfiehlt sich eine Rückfrage beim Steuerberater.

  • Agentur oder Freelancer – was empfiehlst Du?

    Für die meisten KMU-Projekte, eine Unternehmenswebsite, ein Relaunch, eine Landingpage, ist ein erfahrener Freelancer mit passendem Spezialprofil die wirtschaftlich und kommunikativ sinnvollere Wahl. Eine Agentur lohnt sich, wenn das Projekt mehrere Gewerke gleichzeitig erfordert oder der Umfang die Kapazitäten eines Einzelnen übersteigt.

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