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Fasaderum
Neue digitale Positionierung für einen Möbelhersteller

Screenshot der Website Fasaderum

Kunde

Fasaderum, Möbelhersteller

Aufgabe

Fasaderum hat sein Kerngeschäft erweitert: Aus dem reinen Hersteller von Möbelfronten wurde ein Komplettanbieter für maßgefertigte Korpusmöbel. Die bisherige Website war komplett auf das alte Geschäftsmodell zugeschnitten und musste durch einen neuen Webauftritt ersetzt werden, der Vertrauen in den Hersteller aufbaut, die neue Positionierung erklärt und gezielt Planer und Designer für eine Zusammenarbeit gewinnt.

Leistungen

  • Nischenanalyse
  • Zielgruppenanalyse
  • Wettbewerbsanalyse
  • Kundeninterviews
  • Informationsarchitektur
  • UX-Konzeption
  • Interaktives Prototyping in Figma
  • UI-Design
  • Content-Konzeption und Texterstellung
  • Technisches SEO
  • Responsive Webdesign
  • Entwicklung auf Tilda mit Custom Code
  • Handgeschriebene Animationen
  • Bildbearbeitung und Bildgenerierung mit KI

Über das Projekt

Fasaderum hatte sich über Jahre als Hersteller von Möbelfronten etabliert und andere Möbelproduzenten sowie Tischlereien beliefert. Vor Kurzem kam ein zweites Geschäftsfeld hinzu: die eigene Produktion von maßgefertigten Korpusmöbeln – vom Aufmaß über die Fertigung bis zur Montage vor Ort.

Mit dem neuen Geschäftsfeld änderte sich auch die Zielgruppe. Die alte Website sprach ausschließlich B2B-Kunden für Fronten an und half bei der strategischen Neuausrichtung nicht weiter. Sie musste konzeptionell komplett neu gedacht werden.

Der Schwerpunkt lag dabei bewusst nicht auf einem klassischen Onlineshop mit Festpreisen für den schnellen Kauf. Die Website sollte vielmehr Kompetenz vermitteln und auf den entscheidenden nächsten Schritt hinführen: die persönliche Kontaktaufnahme und den Besuch im Showroom.

Ausgangssituation

Fasaderum wollte künftig enger mit Innenarchitekten und Designern zusammenarbeiten und langfristig ein eigenes Partner-Netzwerk aufbauen. Gleichzeitig sollte die Website für Privatkunden leicht verständlich bleiben - für Menschen, die gerade eine Wohnung oder ein Haus gekauft haben und nun umfassend renovieren, ihren Grundriss verändern oder Möbel nach Sondermaß benötigen, weil Standardmöbel den vorhandenen Raum nicht voll ausnutzen.

Die Website musste also zwei Zielgruppen gleichzeitig bedienen, ohne in zwei völlig getrennte Webauftritte zu zerfallen: den B2B-Bereich mit Planern und Designern, die einen zuverlässigen Produktionspartner suchen, und den B2C-Bereich mit Privatkunden, die einen professionellen Anbieter für individuelle Maßmöbel erwarten.

Zielgruppen

Designer und Architekten. Für sie ist ein Möbelhersteller kein einfacher Lieferant, sondern ein integraler Bestandteil des Projektteams. Er muss Entwürfe präzise umsetzen und bei Planänderungen flexibel reagieren können. Die eigene Fertigung von Fasaderum ist hier ein echter Wettbewerbsvorteil: Anpassungen lassen sich deutlich schneller realisieren als bei Betrieben, die einzelne Produktionsschritte komplett an externe Dienstleister auslagern. Die Website spiegelt dies nicht durch oberflächliche Werbesprüche wider, sondern durch die transparente Darstellung von Produktion, Materialien, Qualitätsstandards und bereits realisierten Projekten.

Privatkunden. Menschen mit einem hohen Anspruch an Individualität und Qualität, die gerade Wohneigentum erworben haben oder renovieren, ihren Grundriss verändern oder Möbel abseits der Standardmaße benötigen. Für sie muss die Website vor allem Vertrauen schaffen: Wer produziert die Möbel, wie sieht der handwerkliche Prozess aus, welche Materialien werden verwendet, welche Referenzen gibt es bereits und wie transparent gestaltet sich der gesamte Projektablauf.

Analyse & Strategie

Vor der visuellen Gestaltung stand die strategische Konzeption im Vordergrund: Das Projekt begann mit einer tiefgehenden Nischenanalyse, einer umfassenden Untersuchung von über zwanzig Wettbewerbern sowie ausführlichen Kundeninterviews zu den Erwartungen und Zielen des neuen Webauftritts. Die zentrale Herausforderung dabei: Wie transportiert man die Weiterentwicklung des Unternehmens auf der Website, ohne die bestehende Markenidentität zu verlieren? Die Lösung lag nicht darin, die bestehende Struktur einfach um neue Leistungen zu ergänzen. Stattdessen wurde die gesamte Informationsarchitektur von Grund auf neu aufgebaut.

Wettbewerbsanalyse

Viele untersuchte Wettbewerber-Websites wirkten visuell und strukturell veraltet: Inhalte waren schwer auffindbar, Seiten unnötig lang. Verschiedene Zielgruppen wurden gleichzeitig angesprochen, ohne dass ihre jeweiligen Bedürfnisse erkennbar priorisiert waren.

Auch sprachlich wiederholte sich derselbe Wortschatz: Möbel nach Maß, Qualität, individuelle Planung, Komplettservice. Solche Formulierungen sind für sich genommen kaum noch eine Unterscheidung – Kunden erwarten sie inzwischen als Standard.

Ein weiterer Befund: Ein großer Teil der Konkurrenz tritt eher als Möbelgeschäft mit Sonderanfertigung auf, ohne eigene Produktion und ohne eigene Frontenfertigung. Genau darin liegt der Unterschied zu Fasaderum, das durch die eigene Frontenproduktion flexibler auf Änderungswünsche reagieren kann.

Bei einzelnen Wettbewerbern fiel ein journalistisch anmutendes Layout auf, mit klaren Linien und redaktioneller Bildsprache. Dieser gestalterische Ansatz wurde als Inspiration aufgenommen, weil er zur Vorgabe des Kunden passte. Die konzeptionellen Entscheidungen selbst wurden aber nicht aus dem Wettbewerb abgeleitet, sondern aus der Zielgruppe entwickelt: Statt Fasaderum über möglichst viele Verkaufsargumente zu positionieren, sollte die Website zeigen, wie das Unternehmen arbeitet und für wen.

Der Bereich "Für Designer"

Der Bereich für Planer und Designer wurde auf einer eigenen strukturellen Ebene verankert, statt als bloße Unterseite im Menü geführt zu werden. Dies war eine bewusste strategische Entscheidung: Die Zusammenarbeit mit Kreativpartnern wird so als eigenständige, gleichwertige Beziehung inszeniert, inklusive einem dedizierten Partnerprogramm, gemeinsamen Referenzprojekten und exklusiven Events. Langfristig bildet dieser Bereich das digitale Fundament für den Aufbau einer starken Designer-Community.

Showroom statt Online-Kalkulator

Auf viele klassische Conversion-Elemente wurde bewusst verzichtet: Es gibt keinen komplexen Online-Konfigurator, keinen Preisrechner und keinen klassischen Möbel-Kalkulator. Die Gründe hierfür sind jedoch nicht technischer, sondern strategischer Natur. Fasaderum agiert im gehobenen Preissegment und fokussiert sich gezielt darauf, Kunden in den persönlichen Kontakt und somit in den Showroom zu führen. Ein zu detaillierter Online-Rechner würde den wertvollen persönlichen Beratungsprozess vorwegnehmen, der für das Geschäftsmodell jedoch entscheidend ist. Die Website übernimmt daher eine andere Rolle: Interesse wecken, Kompetenz vermitteln und den Besuch im Showroom vorbereiten. Ein Quiz oder ein anderer digitaler Lead-Magnet ist für eine spätere Ausbaustufe denkbar. Für die erste Version wurde bewusst die persönliche Beratung priorisiert.

Reale Wettbewerbsvorteile als Fundament der B2B- und B2C-Kommunikation

Noch vor der Texterstellung und Konzeption wurde präzise herausgearbeitet, was Fasaderum tatsächlich vom Wettbewerb unterscheidet. Das Ziel: keine austauschbaren Werbeversprechen, sondern die realen Stärken des Betriebs in den Vordergrund zu stellen. Kunden können mit einer bloßen Idee, einem Foto oder einer Pinterest-Inspiration zu Fasaderum kommen, und das Unternehmen setzt exakt das um, was auf dem Bild zu sehen ist. Ermöglicht wird dies durch einen hauseigenen Konstrukteur und Holztechniker, der das Projekt über alle Produktionsphasen hinweg begleitet. Hinzu kommt eine kompromisslos sorgfältige Montage: Das hauseigene Montageteam hinterlässt die Baustelle sauber, ohne die frisch renovierten Räumlichkeiten zu beschädigen. Zudem sorgt ein Inhouse-Designer dafür, dass jede Kundenidee bis ins kleinste Detail ästhetisch ausgearbeitet wird.

Diese drei Kernaspekte bildeten das inhaltliche Fundament für die Vertrauensebene auf der Website. Sie erklären zugleich, warum der Fokus bewusst auf dem Showroom-Besuch liegt statt auf einer rein digitalen Abwicklung: Diese handwerklichen und planerischen Vorteile lassen sich nur vor Ort erlebbar machen, nicht durch einen Online-Rechner.

Content-Konzept

Ein wesentlicher Pfeiler der Gesamtstrategie war die eigenständige Konzeption und Erstellung der Inhalte. Sämtliche Texte und Headlines wurden direkt im Rahmen des Projekts entwickelt, da die neue Website eine völlig neue Core Story transportieren musste. Statt sich auf die reine Produktdarstellung zu beschränken, wurden die Inhalte strategisch neu strukturiert: von der transparenten Darstellung der Produktions- und Materialqualität über den konkreten Workflow der Zusammenarbeit bis hin zur Inszenierung des Showrooms. Der Content war damit von Beginn an integraler Bestandteil der Informationsarchitektur, statt nachträglich als Platzhalter in bereits fertige Layouts eingesetzt zu werden.

Neue Informationsarchitektur

Aus der Analyse entstand eine Seitenstruktur, die Fasaderum nicht mehr als Hersteller eines einzelnen Produkts zeigt, sondern als Unternehmen mit mehreren Bereichen.

Screenshot

Design

Nachdem Struktur und Positionierung finalisiert waren, bestand die nächste Herausforderung darin, diese strategischen Leitlinien in eine stimmige Formensprache zu übersetzen. Das visuelle Konzept musste präzise auf zwei unterschiedliche Zielgruppen austariert werden: ein puristisches, unaufgeregtes Layout für Architekten mit hohem ästhetischen Anspruch, das gleichzeitig für Privatkunden zugänglich und einladend wirkt, um Schwellenängste abzubauen.

Visuelles Konzept

Der Kunde wünschte sich ein magazinartiges, editoriales Erscheinungsbild, damit auch Innenarchitekten die Website selbst als Inspirationsquelle nutzen können. Umgesetzt wurde dies nicht durch dekorative Ablenkungen, sondern über die Grundstruktur der Seiten selbst: großformatige Bilder, klare Linien, großzügiger Freiraum (Whitespace) und eine reduzierte Farbpalette. Dieser puristische Ansatz passt zur Branche: Möbel- und Interieurdesign leben von ihrer visuellen Kraft. Deshalb erhalten Bilder und Projekte auf der Website viel Raum, statt mit kleinteiligen Details zu konkurrieren.

Bildredaktion

Für den neuen Webauftritt standen nicht für alle Bereiche hochauflösende oder professionelle Produktionsfotos zur Verfügung. Um den Gesamteindruck nicht durch austauschbare Stockfotos abzuwerten, wurde das bestehende Material im Rahmen einer intensiven Bildredaktion aufbereitet: Fotos wurden neu gecroppt und für das Web optimiert, Bildkompositionen mittels KI-gestützter Retusche angepasst, gezielte farbliche Korrekturen vorgenommen. Fehlende Motive wurden punktuell durch generative KI passend zum Editorial-Layout erzeugt. Zudem wurden aus vorhandenem Videomaterial hochauflösende Stills extrahiert und als statische Bildelemente aufbereitet. So gelang es, den Produktionsprozess visuell authentisch darzustellen, obwohl das ursprüngliche Fotomaterial stark limitiert war.

Prototyping in Figma

Vor der finalen technischen Entwicklung wurde die Website als interaktiver Figma-Prototyp ausgearbeitet, nicht bloß als statisches Mockup. Der Prototyp bildete bereits reale Seitenübergänge, Hover-Effekte und Mikrointeraktionen ab. So konnte der gesamte Webauftritt noch vor der Programmierphase interaktiv erprobt und auf seine Usability getestet werden. Das machte die Abstimmung mit dem Kunden deutlich effizienter: Die geplante Nutzerführung ließ sich als zusammenhängendes, lebendiges Produkt erleben, statt einzelne Layouts isoliert beurteilen zu müssen.

Farbwahl

Die Farbwahl basierte auf dem bestehenden Corporate Design des Kunden. Die Akzentfarbe wurde dabei nicht zufällig gewählt: Sie spiegelt genau die Nuancen wider, die bereits im physischen Showroom zum Einsatz kommen, etwa bei den Polstermöbeln und prägenden Einrichtungsstücken. So entsteht ein durchgängiges Markenerlebnis am Touchpoint zwischen Website und Showroom.

#6C7C68

Akzentfarbe

#FFFFFF

Hintergrundfarbe

#333333

Text und Überschriften

#F6F6F6

dezente Hintergrundfarbe

Bildschirm 1
Bildschirm 2
Bildschirm 3
Bildschirm 4

Umsetzung

Aus dem Figma-Prototyp musste eine funktionierende Website werden, mit den Inhalten und der visuellen Sprache, die zuvor entwickelt wurden. Dafür brauchte es eine Plattform, die sich vom Kunden langfristig selbst pflegen lässt, ohne beim Design und den geplanten Interaktionen Kompromisse eingehen zu müssen.

Tilda mit Custom Code

Die Website wurde auf Basis von Tilda realisiert und durch maßgeschneiderten Custom Code strategisch erweitert. Tilda diente dabei als solide Infrastruktur für das Content-Management. Überall dort, wo die nativen Standardfunktionen der Plattform an ihre Grenzen stießen, wurden eigene Code-Lösungen implementiert. Das visuelle Frontend folgte dabei strikt dem zuvor entwickelten, individuellen UX/UI-Konzept. Auf den Einsatz von vorgefertigten Templates oder Standard-Themes wurde konsequent verzichtet.

Maßgeschneiderte Interaktionen

Die Website nutzt Animationen gezielt und mit Bedacht, nicht als visuellen Selbstzweck, sondern zur Unterstützung der Nutzerführung und Wahrnehmung. Sämtliche Animationen wurden per Hand programmiert. Dadurch bleibt der ruhige, redaktionelle Charakter des Webauftritts erhalten. Der Fokus des Betrachters bleibt so auf den Projekten, Räumen, Materialien und dem Bildmaterial.

Technisches SEO

Das technische SEO wurde von Anfang an strategisch mitgedacht: von einer SEO-optimierten Seitenstruktur über präzise Seitentitel und Meta-Daten bis hin zu semantisch strukturierten Inhalten für alle Unterseiten. Der neue Webauftritt sollte nicht nur visuell überzeugen, sondern auch auf technischer Ebene die Basis für eine gute organische Sichtbarkeit in den Suchmaschinen legen.

Responsive Design

Die Website wurde für eine konsistente Darstellung auf allen Endgeräten optimiert, mit besonderem Augenmerk auf das Verhältnis zwischen großformatigen Bildern, Whitespace, Typografie und Navigation über verschiedene Breakpoints hinweg. Der magazinartige, puristische Ansatz sollte auch auf kleineren Displays erhalten bleiben, ohne dass die Seiten unübersichtlich wirken oder an visueller Leichtigkeit verlieren.

Bildschirm 1
Bildschirm 2
Bildschirm 3
Bildschirm 4

Vorher / Nachher

Im Bild scrollen, um die ganze Seite zu sehen

Startseite der alten Fasaderum-Website mit Fokus auf die Produktion von Möbelfronten.

Altes Design

Startseite der neuen Fasaderum-Website mit Bereichen für Projekte, Designer-Zusammenarbeit, Produktion und Showroom im journalistischen Layout.

Neues Design

Der Umfang des Projekts lässt sich auch am Figma-Workspace selbst ablesen. Aus einem einzelnen Produktkatalog wurde ein vollständiges Design-System mit UI-Kit für Desktop und Mobile, eigener Farbpalette und einer deutlich größeren Seitenstruktur.

Figma-Workspace des alten Projekts

Umfang der Figma-Datei: vorher

Figma-Workspace des neuen Projekts

Umfang der Figma-Datei: nachher

Ergebnisse und Ausblick

Der Erfolg dieses Projekts misst sich vor allem an qualitativen und strategischen Meilensteinen: Die Website bildet den Wandel von Fasaderum vom reinen Frontenhersteller zum Full-Service-Anbieter maßgefertigter Korpusmöbel präzise ab. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Designern und Architekten erstmals auf einer eigenständigen Ebene inszeniert. Die neue Informationsarchitektur schafft damit eine skalierbare Basis, die sich künftig um weitere Partnerprojekte, Events, Magazinbeiträge oder Community-Features erweitern lässt.

Da der Live-Gang des neuen Webauftritts erst im August 2026 erfolgte, liegen zu SEO-Rankings, organischem Traffic, Conversion-Rates und konkreten Anfragezahlen noch keine belastbaren Daten vor. Die strukturellen und technischen Weichen für eine nachhaltige Performance-Skalierung sind mit dem Launch jedoch gestellt.

Projekt-Status (Stand: August 2026):

  • Launch: Erfolgreich durchgeführt (August 2026)
  • Performance- und SEO-Daten: Evaluierung nach der initialen Indexierungsphase
  • Conversion- und Lead-Daten: fortlaufendes Tracking, Validierung nach ausreichender Laufzeit

Projektdauer

ca. 2 Monate

Ein Teil der Zeit entfiel auf Abstimmungen und Entscheidungsprozesse, vor allem in der frühen Konzeptionsphase.

Technologien & Tools

  • Tilda
  • Figma
  • HTML
  • CSS
  • Js
  • Animationen
  • Technisches SEO
  • KI Bildbearbeitung
  • KI Bildgenerierung